Interview für das Wissenschaftsjahr 2022

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

Vor ein paar Tagen ist ein Interview mit mir für das Wissenschaftsjahr 2022 erschienen. In diesem Interview erläutere ich meine Frage für die Wissenschaft „Wie bleibt Wissenschaft in Bewegung?„. Der Link zum Interview ist zwar nicht mehr aktiv auf wissenschaftsjahr.de, aber hier folgt quasi die „Abschrift“ meiner Antworten:

Nennen Sie uns bitte Ihren Namen, Ihr Alter, Ihren Wohnort und Beruf.

Kathrin Rosi Würtz, 41 Jahre, Bonn, staatlich anerkannte Physiotherapeutin und externe Promotionsstudentin der Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der audiovisuellen Gesundheitskommunikation von Krankenhäusern auf Social Media, insbesondere auf YouTube.

Wie beeinflusst die Wissenschaft Sie in Ihrem Alltag?

Im Rahmen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit lerne ich Alltagstauchliches dazu. Ein Beispiel sind evidenzbasierte Handlungsempfehlungen, wie ich meine persönliche Kommunikation im Alltag gestalten kann, um meine Mitmenschen zu gesundheitsbewusstem Handeln zu bewegen und welche Wege eher kontraproduktiv wären. Manchmal empfinde ich es jedoch als einen kommunikativen Spagat, wissenschaftliche Ergebnisse für diverse Interaktionsgruppen verständlich zu präsentieren. Wissenschaftskommunikation außerhalb des Elfenbeinturms ist meiner Meinung nach eine „sportliche Disziplin“, mit der sich alle Wissenschaftler*innen aktiv auseinandersetzen sollten, um den „Draht nach draußen“ nicht zu verlieren und sich als nützlichen Teil der globalen Gemeinschaft zu verstehen.

Meine Frage für die Wissenschaft

Wie lautet Ihre Frage für die Wissenschaft und wie ist sie entstanden?

Meine Frage „Wie bleibt Wissenschaft in Bewegung?“ ist eng an meinen Lebenslauf geknüpft. Als Soziologin und Physiotherapeutin bin ich davon überzeugt, dass Bewegung in all ihren Formen ein Kernelement unseres Lebens ist. Sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich ist Bewegung eins der zentralen Themen, die uns als Bewohner*innen des Planeten Erde berühren. Im Kleinen sind die individuelle Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden ohne ein angemessenes Maß an Bewegung nicht machbar, im Großen stellen sich Fragen der nachhaltigen Mobilität innerhalb und außerhalb der planetaren Grenzen. Nicht nur im interdisziplinären Forschungsbereich der Planetary Health, sondern auch überall im Alltag sind dynamisch offenes Denken und methodisch begleitetes Umsetzen essenziell, um nachhaltig handlungsfähig zu bleiben.

Was motiviert Sie dazu, sich am Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt! zu beteiligen?

Bei mir beginnt vieles mit meiner Neugier. Ich finde das Wissenschaftsjahr 2022 eine hervorragende Gelegenheit, um nicht nur meine Frage an die Wissenschaft zu stellen, sondern mich und mein (wissenschaftliches) Handeln zu hinterfragen. So ist auch dieses Kurzporträt hier eine Möglichkeit, meinen Denkapparat wieder einmal auf eine mir noch unbekannte Art und Weise anzuschmeißen und ein neues Kommunikationsformat auszuprobieren. Probieren geht ja bekanntlich über Studieren! Im besten Fall wirkt beides zusammen und bringt neue Erkenntnisse hervor. Und wer weiß: Vielleicht bewegt dieses Interview andere Menschen zu einem Perspektivwechsel mit wiederum neuen Denkimpulsen.

Englische Version dieses Interview

Auswahl für das Clusterpapier über den medizinisch-technischen Fortschritt

Außerdem wurde meine Frage als Highlight-Frage für das Clusterpapier „5.10: Wie werden durch den medizinisch-technischen Fortschritt Sinn und Grenzen des menschlichen Lebens verschoben und wollen wir das?“ ausgewählt.


Rosi Würtz

Soziologin mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Gesundheit, derzeit Promotion (Uni Bonn) über betriebliche Gesundheitskommunikation von Krankenhäusern in sozialen Medien, staatlich anerkannte Physiotherapeutin mit einem Faible für Paläontologie und Raumfahrt